Wahlprogramm

Alle unsere Forderungen findest du als Übersicht auch hier in dieser PDF-Datei.

GRÜN ist das Beste … für ein ökologisches Herzogenrath und grünes Stadtbild!

Ein grünes Stadtbild ist nicht nur hübsch anzusehen, es verbessert außerdem die Luft und ist damit gut fürs Klima. Wir wollen die jetzt oft kargen Rasenflächen auf Mittelstreifen und entlang von Hauptstraßen (Roermonder Straße!) anders begrünen. Der Rasen ist angesichts der trockenen Sommer nicht mehr zeitgemäß und man muss ihn oft mähen. Durch eine trockenheitsresistente Bepflanzung, z.B. den sog. Langhaar-Rasen, erzielt man hier gleich mehrere Effekte: Der Rasen wächst höher und bietet so Lebensraum für Insekten, er vertrocknet nicht und muss wesentlich seltener gepflegt werden.

Öffentliche Flächen wie z. B. den Kohlscheider Markt werden wir attraktiv gestalten. Zum Beispiel durch die Anlage von Blühflächen, Trinkbrunnen und Sitzgruppen. Eine ausreichende Anzahl von multifunktionalen Abfallbehältern (d.h. Mülltrennung, Aschenbecher und Pfandring) gehört auch dazu.

Es ist uns wichtig, alte Baumbestände zu erhalten. Sollte dennoch eine Fällung unumgänglich sein, muss sofort und ein zeitlich uneingeschränkter, d.h. dauerhafter, Ausgleich durch Neupflanzung erfolgen.

Durch Baum- und Beetpatenschaften werden die Bürger*innen aktiv in die Gestaltung eingebunden. Die Begrünung von Dächern und Fassaden wollen wir fördern und aktiv bewerben. Die berüchtigten Steingärten passen nicht in ein grünes Stadtbild. Durch entsprechende Satzungsänderungen werden wir die Anlage dieser „Gärten des Grauens“ einschränken. Weitere Ziele sind die Begrünung von Gewerbegebieten sowie mehr Wasser im Stadtbild, z.B. durch Bachläufe und Wasserstellen in Wohngebieten und an öffentlichen Plätzen sowie die Freilegung des Broichbachs.


GRÜN ist das Beste … für ein energieautarkes Herzogenrath!

Energie aus Herzogenrath für Herzogenrath!

Um unser Ziel eines energieautarken Herzogenrath zu erreichen, müssen wir sowohl die erneuerbaren Energien ausbauen, als auch Energie einsparen.

Förderung regenerativer Energien

Wir befürworten den Ausbau von Windkraftanlagen, aber nicht in Naturschutzgebieten. Deshalb brauchen wir ein erneuerbares Energiekonzept für das ganze Stadtgebiet. Den Energiepark Herzogenrath unterstützen wir, er ist ein Leuchtturmprojekt für zukunftsorientierte Energiesysteme. Um die regenerativen Energien stärker in der Bevölkerung zu verankern, unterstützen wir Bürgergenossenschaften, die die Nutzung dieser Energien vorantreiben, z.B. durch mehr Photovoltaik-Anlagen, Energiespeicher und ein vereinfachtes Anmeldeverfahren für Plug-in-Photovoltaik-Anlagen. Außerdem wollen wir prüfen, ob umliegende Brachen für die Aufstellung von Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen geeignet sind.

Energieeinsparung

Wir möchten die energetische Ertüchtigung und Sanierung von Gebäuden fördern und das Beratungsangebot ausbauen. Hierbei muss die Stadt mit gutem Beispiel voran gehen: öffentliche Einrichtung müssen energetisch modernisiert, mit Fernwärme versorgt und Instand gehalten werden. Städtische Gebäude sollen in Zukunft nur noch mit Ökostrom arbeiten.

Wir wollen bei der Energieeinsparung neue, kreative Wege gehen, z.B. mit der Abwärme-Nutzung von Großverbrauchern. Eine stärkere Zusammenarbeit regionaler Versorgungsunternehmen streben wir an.


GRÜN ist das Beste … für die kommunale Verkehrswende!

Unser Mobilitätskonzept für Herzogenrath hat drei Säulen: Die deutliche Verbesserung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs, der Ausbau des Fahrradwegenetzes und die Verkehrswende im Individualverkehr. Nur wenn alle Teilbereiche ineinander greifen, wird es für alle Bürger*innen attraktiv, auf Bahn, Bus und/oder Rad umzusteigen und damit eine Verkehrswende zu ermöglichen.

Verbesserung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV)
  • Ausbau und Optimierung des Streckennetzes und Erweiterung des Fahrtenangebots sowie Prüfung eines Multibuskonzeptes.
  • Bus und Bahn müssen besser aufeinander abgestimmt sein. Es ist ein Unding, dass man in Herzogenrath aus dem Zug steigt und der Bus fährt einem vor der Nase weg! Und: Der Bahnhof Kohlscheid muss besser ins Busnetz eingebunden sein.
  • Der ÖPNV soll mit dem Fahrrad kombinierbar sein, das heißt: mehr Mitnahmemöglichkeiten für Fahrräder in der Bahn, sichere Abstellplätze für Fahrräder an den Bahnhöfen und Bushaltestellen.
  • Der ÖPNV muss preiswerter werden. Wir setzen uns dafür ein, dass die Ortsbuslinien HZ1/2/3 erhalten bleiben und kostenlos genutzt werden können. Das gesamte Tarifsystem muss transparenter, preiswerter und einfacher gestaltet sein. Wir streben ein gemeinsames Tarifsystem mit Kerkrade an, über die Linie 34 hinaus.
  • An Bahnhöfen und öffentlichen Plätzen sollen Mobilitätsstationen entstehen, d.h. sichere Fahrradstellplätze, Car- und Bike-Sharing, E-Auto-Tankstellen und P&R-Möglichkeiten.
  • Vorrangiger Einsatz von Elektrobussen sowie Antrieben mit Wasserstoff und Biogas
  • Perspektivisch wollen wir prüfen, ob es Bedarf für ein Pendlerbussystem in benachbarte Städte gibt und ob es einen ergänzenden, ehrenamtlich betriebenen Bürgerbus geben wird.
Rascher Ausbau eines sicheren und zusammenhängenden Fahrradnetzes
  • Das Radwegenetz muss überprüft, instandgesetzt und an das überregionale Netz angeschlossen werden. Wichtig dabei ist die einheitliche rote Markierung. Das Knotenpunktsystem als Beschilderung muss weiter ausgebaut werden.
  • Straßen mit wenig Durchgangsverkehr sollen als Fahrradstraßen ausgeschildert werden. Hier haben Radfahrer*innen Vorrang. Einbahnstraßen sollen für Fahrradverkehr in beide Richtungen geöffnet werden.
  • Der neue Radschnellweg von Herzogenrath nach Aachen muss schnellstmöglich realisiert werden. Alle Ortsteile werden so für den Radverkehr erschlossen. Damit ist der Radschnellweg das Rückgrat unseres Fahrradkonzeptes.
  • Wir fordern sichere Querungen für Fuß- und Radwege besonders in den Ortslagen. Jetzt geben viele Ampelschaltungen stets dem Auto Vorrang, der Fuß- und Radverkehr muss zum Teil lange warten. Das möchten wir mit Hilfe bedarfsgerechter Steuerungen ändern.
  • Mehr Fahrradstellplätze in Geschäftsstraßen. So ist es im Moment: Es gibt viel zu wenig sichere Abstellplätze vor Geschäften. Dabei benötigen Fahrräder viel weniger Platz als Autos: Man kann mit entsprechenden Bügeln aus einem Parkplatz bis zu 6 (!) Fahrradstellplätze machen. Vor größeren Geschäften müssen auch Abstellflächen für Lastenfahrräder geschaffen werden.
  • Vielbefahrene Radwege sollten nachts durch LED`s beleuchtet werden.
Verkehrswende im Individualverkehr
  • Natürlich muss hier die Stadtverwaltung mit einem ökologischen Verkehrskonzept vorangehen. Ein Anfang könnten Jobtickets für die Mitarbeiter*innen sein.
  • Durch eine gute Ladeinfrastruktur und entsprechende Sonderparkplätze wollen wir die Nutzung von Elektro-Autos bequem und damit attraktiv gestalten.
  • Car-Sharing ist oft eine preiswerte Alternative zum eigenen Auto. Auch hier wollen wir das Netz ausbauen, damit die entsprechenden Stellplätze für alle schnell erreichbar sind.
  • Nach dem Vorbild der Herzogenrather Kleikstraße soll die Südstraße zwischen Kaiserstraße und Kohlscheider Markt zur verkehrsberuhigten Zone werden. Dies stärkt den Einzelhandel und verbessert die Aufenthaltsqualität.

GRÜN ist das Beste … für bezahlbaren Wohnraum

Wir brauchen in Herzogenrath mehr bezahlbare Wohnungen. Hier wollen wir aktiv werden und Geld in die Hand nehmen. Das betrifft sowohl Neubauten als auch bereits vorhandenen Wohnraum. Auch hier denken wir als GRÜNE den Klimaschutz mit. Denn Klimaschutz und bezahlbares Wohnen schließen sich nicht aus! Im Gegenteil: Wenn zum Beispiel Wohnungen energetisch saniert werden, ist das eine Win-Win-Win-Situation für Eigentümer, Mieter und das Klima.

Dem Wohnungsmangel wollen wir durch energetische Sanierung im Bestand entgegentreten. Viele Wohnungen sind wörtlich in die Jahre gekommen oder stehen sogar leer. Bereits jetzt können Eigentümer Förderungen zur energetischen Sanierung in Anspruch nehmen, die langfristig den Wert ihrer Immobilie steigern. Viele scheuen jedoch den vermeintlichen Aufwand, zum Beispiel die oft noch komplizierte Antragstellung. Wir möchten Eigentümer in diesem Prozess unterstützen, zum Beispiel durch die aufsuchende Energieberatung. Für die Mieter liegt der Vorteil auf der Hand: Bessere Heizungen und gute Dämmung sparen unter dem Strich erhebliche Nebenkosten. So wird weniger Neubau in freier Natur notwendig. Auch ziehen wir eine maßvolle Innenstadtverdichtung vor Neubau in der freien Natur vor.

Stichwort Neubau: Wir wollen die Bauträger verpflichten, mindestens 25 % der neuen Wohnungen als sozialen Wohnraum auszuweisen. Bei Neubauprojekten legen wir Wert auf nachhaltige Bauweise, die Nutzung von Photovoltaik und die Vermeidung fossiler Energieträger. Für jedes Projekt muss es im Vorfeld ein Klimagutachten geben. Dabei geht es auch um den richtigen Standort, z.B. um die Berücksichtigung von Frischluftschneisen für die Stadt.


GRÜN ist das Beste … für ein soziales Miteinander

Herzogenrath ist eine weltoffene und soziale Stadt, in der alle Menschen willkommen sind und sich wohl fühlen sollen. Bei uns ist kein Platz für Rassismus! Wir unterstützen aktiv alle demokratischen Initiativen beim Kampf gegen Rechtsextremismus.

Unsere ausländischen Mitbürger*innen sind für uns ein wertvoller Teil unserer Gesellschaft. Erste Maßnahme für Geflüchtete ist dabei die Bereitstellung angemessener Wohnungen. Außerdem fördern wir alle Maßnahmen zur Integration.

Ebenso liegen uns Senioren, Menschen mit Behinderung und Menschen in schwierigen Lebenssituationen am Herzen. Darum werden wir neue Beratungsangebote sowie ein aufsuchendes Angebot für ältere Menschen installieren.

Den Austausch zwischen Jung (Kitas/Schulen) und Alt (Seniorenunterkünfte) wollen wir fördern. Mit sozialen, kulturellen, sportlichen und sonstigen Initiativen und Vereinen arbeiten wir partnerschaftlich zusammen.

Neue Bürger*innen sollen mit einem Begrüßungspaket willkommen geheißen werden.


GRÜN ist das Beste … für unsere Wirtschaft

Wir werden in Herzogenrath besonders nachhaltiges, energiesparendes und ökologisches Wirtschaften fördern. Dabei richten wir uns an der ökosozialen Markwirtschaft und den UN-Nachhaltigkeitszielen aus. Zum Beispiel streben wir Herzogenrath als Fairtrade-Town an.

In unserer Stadt gibt es zurzeit einige Leerstände, z.B. das Schmetz-Gelände. Wir befürworten dort die Ansiedlung von Unternehmen, die umweltverträglich und ressourcenschonend produzieren. Einerseits natürlich aus Klimaschutzgründen, andererseits aber auch, weil diese Unternehmen Zukunft haben.

Neben Groß- und mittelständischen Betrieben werden wir kleine Handwerksbetriebe unterstützen. So könnten Betrieben, die expandieren wollen, Flächen kostengünstig zur Verfügung gestellt werden.

Wir wollen den Einzelhandel stärken, u.a. durch die Ansiedlung neuer und insbesondere nachhaltiger und ökologischer Geschäfte (z. B. Bio-Markt, Unverpackt-Laden, Boutiquen, Restaurants, Cafés) die mehr Kundschaft in die Ortslagen ziehen. Davon werden auch die bereits vorhandenen Läden profitieren. Durch die Förderung lokaler Wirtschaftskreisläufe halten wir die Wertschöpfung im Ort, schaffen Arbeitsplätze, sichern die Nahversorgung und steigern die Attraktivität unserer Stadtteile.


GRÜN ist das Beste … für Bildung, Kinder und Jugend

Die vorhandenen Schulen in Herzogenrath entsprechen weder baulich noch unter dem Gesichtspunkt der Digitalisierung den modernen Anforderung an Bildung. Durch eine gründliche Sanierung und Modernisierung der Gebäude sowie den Aufbau einer modernen digitalen Infrastruktur wollen wir diesen Missstand beseitigen.

Die Schulsozialarbeit soll weiter ausgebaut werden.

Wir wollen eine flächendeckende, bedarfsgerechte Betreuungsstruktur im Kita- und OGS-Bereich. Die Betreuungszeiten und auch Betreuungsformen (z.B. bilinguale Angebote) müssen flexibel an die Bedarfe der Eltern angepasst werden. Nur so ist, besonders für Frauen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleistet. Uns ist bewusst, dass dieser Ausbau mit einem erhöhten Personalbedarf einhergeht. Die Flexibilisierung darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.

Weiterhin begrüßen und unterstützen wir die Einrichtung von Betriebskindergärten.

Nach unserer Einschätzung fehlen zurzeit mehr Möglichkeiten der offenen Freizeitgestaltungen für Jugendliche (z.B. Treffpunkte in den Ortsteilen Merkstein, Herzogenrath-Mitte und Kohlscheid). Wir werden vorhandene Kinder- und Jugendangebote in allen Stadtteilen stärken, durch den Einsatz von mehr Schulsozialarbeiter*innen und durch mobile Angebote. Zwei Personalstellen sollen dafür langfristig sicher gestellt werden. In den Quartieren muss es ausreichend viele Spielplätze geben.

Erwachsenenbildung: Unter dem Gesichtspunkt „Lebenslanges Lernen“ unterstützen wir die VHS Nordkreis. Mittelfristig soll die VHS barrierefrei werden.


GRÜN ist das Beste … für eine moderne Verwaltung

Corona hat bislang unendlich träge Verwaltungsabläufe auf eine Art und Weise beschleunigt, von der wir vor einigen Monaten nicht einmal zu träumen wagten. Lange vor der Pandemie war klar, unsere Verwaltung muss modernisiert und vor allen Dingen digitalisiert werden, damit wir der Entwicklung nicht hinterherlaufen. Aber der Prozess zog sich bisher viel zu langsam hin. Jetzt, durch Corona, geht eine ganze Menge: Zahlreiche Mitarbeiter arbeiten im Homeoffice, Anliegen von Bürgern werden online bearbeitet, ewig lange Prüfverfahren werden abgekürzt. Diesen Schwung wollen wir mitnehmen. Wir setzen uns für eine Digitalisierung ein, die sinnvoll ist.

Hier zwei Beispiele:

  • Immer wiederkehrende Vorgänge wie zum Beispiel die Beantragung eines Personalausweises müssen künftig online zu erledigen sein.
  • Über eine Online-Plattform können Bürger*innen Missstände wie Straßenschäden, Gefahrenstellen etc. zeitnah melden und die Verwaltung kann schnell reagieren.

Dabei wird der Servicegedanke nicht zu kurz kommen. Bei aller Digitalisierung dürfen wir nicht die Menschen vergessen, die ihre Anliegen persönlich vorbringen möchten. Um hier auch die Wege kurz zu halten, möchten wir den Bürgerservice dezentralisieren, das heißt, dass es barrierefreie Bürgerbüros vor Ort in der Innenstadt, in Merkstein und in Kohlscheid geben wird.

Verwaltung und öffentliche Einrichtungen müssen nicht nur in baulicher Hinsicht barrierefrei sein, d.h. Unterstützung für Gehörlose, Informationsangebote in Leichter Sprache und Braille-Schrift.

Wir wollen die Herzogenrather Verwaltung zu einem attraktiven Arbeitgeber machen. Dazu gehören flexible, familienfreundliche Arbeitszeitmodelle ebenso wie die Möglichkeit zur Mobilarbeit und ein Betriebskindergarten. So wollen wir gut Frauen motivieren, in unserer Verwaltung auch während der Familienphase zu arbeiten. Ziel sind mehr Frauen in Führungspositionen! Um dem Fachkräftemangel vorzubeugen, sollen mehr Ausbildungsplätze in Verwaltung und Ordnungs- und Sicherheitsdienst geschaffen werden.